Du bist am Zug | Brettspiel-Gottesdienst & Spieleabend

Wenn die Kirche zum Spielfeld wird

Normalerweise steht bei einem Gottesdienst ziemlich genau fest, was wann passiert. Welches Lied gesungen wird, welcher Bibeltext gelesen wird und wann die Predigt beginnt.
Am Sonntag, 27. September 2026, ist das in der Melanchthonkirche in Köln-Zollstock ein bisschen anders. Denn dann wird gewürfelt.

Beim Brettspiel-Gottesdienst „Du bist am Zug“ wird die Kirche selbst zum Spielfeld. Ein großer Weg führt durch den Kirchenraum, zwei Spielfiguren ziehen darüber und die Gemeinde entscheidet mit jedem Würfelwurf, wie es weitergeht. Der genaue Ablauf entsteht also tatsächlich erst im Laufe des Abends.

Ein Gottesdienst, der sich erspielt

Auf dem Spielfeld warten unterschiedliche Felder. Mal wird gemeinsam gesungen, mal ein Bibeltext gelesen oder gebetet. An anderer Stelle gibt es eine kleine Aktion oder einen Impuls. Was als Nächstes passiert, weiß vorher niemand so genau. Die Gemeinde spielt dabei in zwei Teams. Allerdings geht es nicht darum, die andere Seite zu schlagen. Beide Teams haben ein gemeinsames Ziel: Lied, Bibeltext, Gebet, Aktion und Impuls müssen im Laufe des Gottesdienstes mindestens einmal erreicht werden. Erst dann ist das Spiel gewonnen. Und auch beim Ziehen gibt es Entscheidungen. Die Würfelzahl bestimmt zwar, wie weit eine Figur läuft, an Kreuzungen kann aber frei gewählt werden, welchen Weg sie nimmt. Zufall und Entscheidung gehören also beide zum Spiel.
Genau darin steckt auch die Idee hinter dem Abend: Nicht alles lässt sich planen. Manche Dinge passieren einfach. Trotzdem gibt es meistens einen nächsten Schritt, den wir selbst gehen können. Oder etwas kürzer: Du bist am Zug.

Würfeln statt fester Reihenfolge

Das Schöne an der Idee ist für mich, dass Brettspiele diesmal nicht einfach Thema eines Gottesdienstes sind. Der Gottesdienst ist das Spiel. Lieder, Texte, Gebete und Aktionen sind vorbereitet. Welche davon tatsächlich vorkommen und in welcher Reihenfolge, entscheidet sich aber erst beim gemeinsamen Spielen. Wer würfelt, darf auch entscheiden, welchen Weg die eigene Spielfigur nimmt. Danach wandert der Würfel weiter. So sollen im Laufe des Gottesdienstes möglichst viele selbst einmal am Zug sein. Ein kleines Detail gefällt mir dabei besonders: Gewinnen kann am Ende niemand allein. Erst wenn alle fünf Elemente zusammengekommen sind, hat die ganze Gemeinde gewonnen. Eigentlich ziemlich passend.

Und danach wird weitergespielt

Nach dem Gottesdienst müssen die Würfel übrigens noch nicht wieder eingepackt werden. Ab etwa 19 Uhr geht es mit einem großen Spieleabend weiter. Vor Ort gibt es verschiedene Spiele vom kleinen Kartenspiel über Klassiker und Familienspiele bis zu leichten Kennerspielen. Wer möchte, kann natürlich auch eigene Spiele mitbringen.

Los geht es am Sonntag, 27. September 2026, um 18 Uhr in der Melanchthonkirche, Breniger Straße 20 in Köln-Zollstock. Der Eintritt ist frei.

Also: Würfel einpacken müsst ihr nicht.
Aber vielleicht ein Lieblingsspiel.
Du bist am Zug.

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